Lidl am Hafermarkt

 

Die Planungen für den Lidl am Hafermarkt 2021

Aus dem Protokoll der 145 ten Sitzung des Gestaltungsbeirates

Die verschiedenen Ansichten

 

 

Juni 2021

Angelburger Straße

Johannisstraße

Alternativentwurf für
die Angelburger

August 2021

 

 

Die Alternative dazu

Die Beschreibung der farbigen Kästen

 

 

Bei den aufgelisteten Punkten handelt es sich um Hinweise, die den Planungsfortgang unterstützen sollen. Es ist sicher nicht gewährleistet, dass allein durch Umsetzung dieser Empfehlungen eine schlüssige Fassaden-konzeption entsteht. Nur wenn ein stimmiger Gesamtentwurf entwickelt ist, wird der Gestaltungsbeirat in der Sitzung am 21.10.2021 ein positives Votum abgeben können.

Einleitung, überarbeitete Schwerpukte und die Empfehlung

Anforderungen der Baugestaltungssatzung

Nicht thematisiert wurde in der Sitzung, ob das Vorhaben mit der Zielsetzung der Erhaltungssatzung „Altstadt“ vereinbar ist. Es ist aber zu erwarten, dass dies bei Berücksichtigung der Anforderungen der Baugestaltungssatzung möglich ist. Der Gestaltungsbeirat hatte in der Sitzung Herrn Wenzel gebeten, eine Beurteilung der Planung unter Berücksichtigung der Anforderungen der Baugestaltungssatzung „Altstadt“ abzugeben und dies detailliert im Protokoll darzulegen:

Nach § 2 der Satzung müssen sich Neubauten insbesondere nach Stellung, Größe, Dachform und Gestaltung, nach Bauart und Baustoff, Maßstab, Form und Farbgebung in den Charakter des Straßenraumes einfügen. Die Neubebauung fügt sich nicht in den Charakter des Straßenraumes ein, weil sie durchgehend traufständig ist, dabei fast durchgehend die gleiche Gebäudehöhe aufweist und von einer monotonen Reihung gleichförmiger Fenster geprägt ist.

Loggien können sich in die Bebauung einfügen, vorkragende Balkone passen jedoch nicht in den altstädtischen Kontext am Hafermarkt und in der Johannisstraße.
An der Johannisstraße fügt sich die Bebauung nicht ein, weil sie durch das Fehlen von Fenster- und Türöffnungen in den unteren Fassadenbereichen völlig atypisch ist und die Gebäude zu Fremdkörpern in der Stadtstruktur macht.

Nach § 3 Abs. 3 sind die Hausfronten in einzelne Fassaden zu unterteilen, auch wenn die Flurstücke breiter sind als 16m. Fassaden müssen sich mindestens in drei der folgenden Kriterien voneinander unterscheiden: Fassadenbreite, Achsmaß und vertikale Gliederung, Firstrichtung, Traufhöhe, Höhe der horizontalen Gliederungen. Die einzelnen Fassadenabschnitte weisen zwar Unterschiede durch Versprünge in Trauf- und Fensterhöhe sowie die Abfolge der Fensterachsen auf, durch die durchgehenden Geschosshöhen und Fenstergrößen wird das Ziel der Satzung, eine altstadttypische Vielfalt zu erhalten, nicht erreicht. Auch wenn die Anforderungen des § 4 Abs. 2 der Baugestaltungssatzung teilweise erfüllt werden, wird die Anforderung der Einfügung nach § 2 nicht erreicht. Dies gilt auch für die Ausbildung eines geneigten Daches im Bereich des Grundstücksrandes zu den öffentlichen Straßen. Hier ist gleichförmig ein Mansarddach gewählt worden, während sonst ein lebendiger Wechsel verschiedener Dachformen die Bebauung prägt.

Nicht erfüllt wird an den Fassaden zur Johannisstraße die Anforderung des § 4 Abs, 2 Satz 3, dass der Anteil von Tür- und Fensteröffnungen zwischen 20 und 50% liegen soll.

Für Schaufenster ist in § 7 der Satzung geregelt, dass sie nur im Erdgeschoss angeordnet werden dürfen und mind. alle drei Meter durch geschlossene Wandflächen von mind. 50cm Breite einzufassen sind. Die Erdgeschosszone ist aus der Gesamtfassade zu entwickeln.
Nicht erfüllt wird auch die Anforderung nach § 5 Abs. 1, dass jede Fassade eine Haustür haben muss. Dies gilt sowohl für Fassaden an der Angelburger Straße/am Hafermarkt als auch an der Johannisstraße.

Herr Wenzel ergänzt zu dem letztgenannten Punkt, dass bei der gewählten Grundrisslösung die Einfügung einer Haustür bei jeder Hauseinheit vermutlich nicht sinnvoll ist. An dieser Stelle wäre eine Abweichung von der Satzung denkbar, wenn das Ziel, eine gute Einfügung der Fassade zu erreichen, auf andere Art und Weise erreicht wird. Denkbar ist, dass es eine attraktive Sockelgestaltung z.B. durch ein lebendig gestaltetes Ziegelmauerwerk gibt, die das Fehlen von Haustüren kompensiert. Zunächst muss aber versucht werden, die Erschließung der Wohnungen durch Zugänge zu verbessern und damit auch dem Aspekt der Baugestaltungssatzung Rechnung zu tragen.